Der Verein

Begonnen hat es in Ulmen im Jahr 1948 – direkt nach dem Krieg.

Man wollte wieder Karneval feiern, man hatte lange genug auf Freude und Frohsinn verzich­ten müssen. So auch hier in Ulmen. Zuerst feierte man in den Wirtschaften und traute sich dann schließlich in einem Zug durch die Gemeinde mit Kostümen und später sogar mit Motiv­wagen durch das Dorf zu gehen.

Der Bahnhof und das jetzige Hotel Hages wurden immer in das Geschehen mit einbezogen. Ein Zug ging also immer die „Chadell“, die heutige Bahnhofstraße hoch bis zum Bahnhof und wieder zurück ins Dorf. Der erste Prinz in Ulmen war Karl Wallebohr. Er hat uns berichtet: „Noch zu Zeiten der alten Währung sind wir an Karneval losgezogen und haben gefeiert.

Mit jedem Jahr wurde das Feiern auch ausgeprägter, die Beteiligung größer, die Umzüge schöner, es machte immer mehr Spaß an Karneval dabei zu sein“.

Nach Karl Wallebohr und seiner Prinzessin Martha Schaaf war im Jahre 1949 Peter Saxler Prinz. Er zog hoch zu Ross durch das Dorf, hatte links und rechts am Sattel Taschen befes­tigt, aus denen er damals bereits „Kamellen“ warf.

1950 waren Josef Kreutz und Mathilde Konen die närrischen Herrscher, es hatte sich auch schon eine Prinzengarde gebildet.

Im Jahr 1951 präsentierten sich Schneidermeister Albert Thull und seine Prinzessin Maria Sänger dem närrischen Publikum, bereits in feiner Prinzenrobe und mit einem Prinzenwagen.

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Josef Mohr, der Maurermeister und Maria Lenzen übernahmen das Zepter im Jahr 1952.
1953 wurde dann der Mann Prinz, der später einmal die Geschicke der Ulmener Burgnarren entscheidend geleitet hat: Johann Sänger mit seiner Prinzessin Irene Dreis hielt Hofstaat in Ulmen. Im Saale Hages wurde gefeiert, es gab eine Prinzengarde, Funkenmariechen und ein fröhliches Treiben im Ulmener Rosenmontagszug.

Ihm folgte Richard Dohm. Der Elektromeister, der eigentlich immer erst Karneval ab Ascher­mittwoch feierte, von dem der Ausspruch stammt „Mamma guck mal die Narren“, der dabei seine Jacke schwenkte, dieser Richard Dohm, war zusammen mit der Tochter aus der Metz­gerei Schmitz, mit Ingeborg Schmitz, Prinzenpaar 1954.

Im Jahr 1955 übernahmen Rüdiger Haardt und Margot Weber die Regentschaft. Rüdiger Haardt hat später „Wähner“ Gisela geheiratet, seine Frau und seine Töchter waren ebenfalls im Ulmener Karneval tätig.

Im Jahr 1956 gab es kein Prinzenpaar, inwieweit da allerdings Karneval gefeiert wurde, war nicht nachzuvollziehen.

Im Gründungsjahr 1957 kam der Prinz aus dem Hause Maas. Josef Maas hatte sich als Prin­zessin die Tochter des Fuhrunternehmers Wallebohr, die Margret Wallebohr, die heute bei Passau lebt genommen. Sie wurden umringt von einem prächtigen Gefolge, zu dem auch Karl Schmitz gehörte, der immer gerne ein Ulmener Burgnarr war.

1958 war der Schmiedemeister Josef Kaspers unser Prinz, an seiner Seite war Hiltrud Weber. Das Prinzenpaar, ebenfalls mit Gefolge und Garde ließ keine Möglichkeit zum Feiern in Ulmen und um Ulmen herum aus.

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1958 folgte auf dem Burgnarrenthron der eigentliche Initiator des Ulmener Karnevals, Hans Schaaf übernahm die närrische Macht. An seiner Seite die Prinzessin Helga Gilles. Als Helga Lahn ist sie uns heute besser bekannt. Beiden konnte man den Spaß am Karneval ansehen. Beide haben in ihren Familien für guten Karnevalistischen Nachwuchs gesorgt. Die Kinder beider, sogar die Enkelkinder sind kräftig im Verein tätig.

Aber danach wurde es etwas ruhiger um die Burgnarren. Es fanden vorerst keine Umzüge statt. In den Wirtschaften und Sälen wurde selbstverständlich gefeiert. Die Möhnen gaben sich alljährlich ein glanzvolles Stelldichein. Der Eifelverein begann weiterhin das Kalenderjahr mit dem humoristischen Bohnenball im Hotel Hages. Der Sportverein veranstaltete traditio­nell den Maskenball.

Im Gasthaus Kreutz und im Schmitt-Mattesse Saal wurde kräftig gefeiert. Hans Schaaf und Johann Sänger kamen im Januar 1963 auf den „Bahnhof“ in die Kelberger Straße und ver­handelten mit dem „Bodde Jupp“, ob sein jüngster Sohn Helmut nicht Kinderprinz werden könne, als Prinzessin hätte man auch für ihn schon Marlene Meurer, die Tochter der Ober­möhn. Ja und weil das dann zum klappen kam, fand im Jahr 1963 wieder ein Rosenmon­tagsumzug statt. Ein Kinderumzug mit Erwachsenenbeteiligung. Es ging wieder ein bißchen bergauf. 1965 wurde wieder eine große Kappensitzung in Johannas Saal gehalten.

Wir denken gerne zurück und sagen einstimmig: Ulmener Karneval im Schmitt-Mattesse Saal – der Saal proppenvoll – die Bühne sehr eng – eine 3 x 3 Meter große Sektbar – viele hoch­motivierte Aktive – ein enger Gang für den Einmarsch – eine hohe Außentreppe, auf der man sich einen abfror – und es ging doch….

Und es ging sogar gut –

Vorsitzender Johann Sänger marschierte froh mit uns in den Saal, während unten in der Wirtschaft die ersten Büttenredner warteten.

Als Sitzungspräsidenten waren damals auch die Herren Albert Lackes, Reinhold Schmitt, der Kassenschmitt, und ganz kurz einmal Franz-Josef Hillesheim tätig.

Ein stolzer Elferrat stand immer parat, eine Funkengruppe sorgte für jeweils zwei Tänze in der Sitzung. Eröffnet wurde die Sitzung damals immer mit einem Musikstück unseres Fanfa­renvereins, den damals auch Hans Schaaf leitete. Es stehen große Namen in unserer Liste:

Heinz Herberg, der Apotheker und großer Förderer unseres Vereins, eröffnete die Sitzung als Protokollarius.

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Heinrich Schneider, der in allen möglichen Rollen und Imitationen auftrat, kam anfangs mit dem Motorrad von Cochem, bis er später Gendarm in Ulmen war.

Die Möhnen waren oft mit dabei, Roni Meurer, die Obermöhn, hatte gemeinsam mit Anneliese Esper bereits einen Fan-Club. Auf Flip und Flappes wartete man bereits.

Und dann unvergessen, der Mann, der aus Utzerath über Köln nach Ulmen kam, Toni Rieder. Über ihn und seine Vorträge haben viele Menschen gelacht. Er verstand es plastisch und humoristisch die Dinge seines täglichen Lebens vorzutragen. Wir haben seine Tochter „Ohs Elke“ heute noch auf unserer Bühne und sind sehr stolz darauf.

Auch junge Leute durften sich damals unter dem Vereinsvorsitzenden Johann Sänger bereits im Verein tummeln:

Die ersten Sporen verdiente sich Hermann Schüller, der heute in Daun lebt, auf der Ulmener Bühne.

Unvergessen sind seine Auftritte. Reinhard Risser mit dem Schlips, der immer hoch kam, wenn er als „Verdötschter“ auftrat.

Sein Vater, Matthias Risser, war der eigentliche Gründer einer Gesangsgruppe im Ulmener Karneval. Er gründete das Trio Rikresmo, das aus den Herren Matthias Risser, Kurt Kreutz und Klaus Mohr bestand. Sie glossierten lange Jahre den Lokalkolorit.

Man kann die Namen nicht alle nennen, Marianne Gebauer, Josef Heigel, Josef Mohr aus Vorpochten, Josef Probst aus Bad Bertrich, viele gaben sich bei uns ein Stelldichein. Der berühmte Pitter aus Udler trat bei uns auf, den Johann Sänger damals immer noch abholen musste, weil er kein Auto hatte. Und als Sportreporter erlebten wir einen Masburger in Ulmen. Agit Schug hatte die Augen auf ein Ulmener Mädchen geworfen und somit seinen Wohnsitz nach Ulmen verlegt.

Mit Albert Lackes und Reinhold Schmitt hatten wir immer kompetente Sitzungspräsidenten.

Aus dem fernen Steinigen trat Adolf Scheid in Ulmen auf. Es war die Zeit als Traugott Drinhausen und Maritta Fuchs unser Prinzenpaar waren, 1968 hatte Horst Schmitz mit seiner Prinzessin Monika das Zepter in der Hand, 1969 führte uns Werner Franzen mit der Prinzes­sin Christa Lehnen an seiner Seite.

Auf der Bühne tat sich auch einiges. Inge Dietzen hatte ihren ersten Vortrag und aus Laubach war er nach Ulmen gezogen Wilfried Lefev, der Prinz des Jahres 2000. Bereits in den 60er Jahren machte er auf unserer Narrenbühne von sich Reden.

Wir standen bis Mitte der 70er Jahre unter der Vereinsführung von Johann Sänger, einem unvergessenen Vereinsvorsitzenden, kein Mann von großen Worten, aber von großen Taten. Sein Ausspruch war immer: Allen wohl und keinem Weh, und darauf ein dreifachtiges kräftiges Ölme öwwäh.

Später hat Ottfried Mühlenfeld und danach 18 Jahre lang Günter Hein die Vereinsführung übernommen. Die Ulmener Karnevalisten haben viel erlebt in der Zeit.

Für die großen Verdienste um die Ulmener Burgnarren sind 1992 Günter Hein zum Ehren­vorsitzenden und Ottfried Mühlenfeld zum Ehrenkomiteepräsidenten ernannt worden. Sie sind weiter geehrt worden mit der silbernen Verdienstmedaille des RKK.

1970 – Nobert Riedel mit seiner Frau Waltraud war in diesem Jahr Prinz. Ein echter Ham­burger, der damals als Betriebsleiter in der Firma Fiand tätig war. 1971 übernahm Willi Dietzen die närrischen Geschicke. An seiner Seite Inge Brost aus der Trabantenstadt Vorpochten, die Tochter des Bürgermeisters Josef Brost. 1972 sollte dann zu letzten Mal Karneval im Saale Maas sein. Jürgen Bösch und Ursula Wallebohr waren das letzte Prinzen­paar in Johannas Saal.

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Im Jahr 1973 musste Helmut Schmitt mit seiner Prinzessin Annemie Franzen aus Meiserich auf dem Marktplatz in einem großen Zelt regieren. In einem riesigen beheizten Zelt feierten die Burgnarren 2 Jahre, also auch Prinz Horst Schülter mit Resi Henrichs als Prinzessin war ein im Jahr 1974 „Zeltprinz“.

Herbert Mindermann und Elfriede Schaaf, die Tochter unseres Vereinsgründers Hans Schaaf eröffneten 1975 den Karnevalsreigen im Bürgersaal. Und als sich im Jahr 1976 kein Prinzen­paar finden wollte, meldeten sich kurzerhand die Ulmener Möhnen. Veronika Meurer war der Prinz, Luise Hilger die Prinzessin und viele viele Möhnen im Hochstaat und in der Garde. Es war eine lustige Karnevalszeit.

1977 feierten wir ohne Prinzenpaar und 1978 hatten wir Roland Brauer und Marita Stein als närrische Herrscher.

Es folgten viele Jahre ohne Prinzenpaar, aber unsere Sitzungen waren immer gut besucht. Wir hatten neben unserem Aktivenstamm selbstverständlich das große Glück karnevalisti­schen Nachwuchs auf der Bühne zu haben.

Christoph Molitor sowie Inge Meyer standen auf der Ulmener Narrenbühne, Rolf Beckmann mit Mario Delle als Stehgeiger, und in dieser Zeit begann die närrische Kariere der zweiten Weber-Generation. Martina Weber-Lung, hatte mit Dorothe Vollrath erfolgreich die Rollen von Anneliese Esper und Roni Meurer übernommen.

Als Flip und Flappes begeisterten Sie uns. Dorothe Weber ging mit Ihrem „Hundehaufenwarngerät“ musikalisch über die Bühne. Friedhelm Weber folgte kurz darauf um das Weber-Trio komplett zu machen. Seine Vorträge, später auch mit Peter Lackes und als „Quadratische Vier“ waren Klasse. Eva Dietzen und Christa Englert kamen als die „Lousdadöppe“ auf die Bühne.

 

1982 feierte die KG 25jähriges Jubiläum mit ganz großem Bahnhof. Prinzen, Funken, Elfer­räte und die ganze Burgnarrenfamilie feierten dieses Jubiläum gebührend.

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In dieser prinzenlosen Zeit waren wir immer wieder stolz auf unsere Kinder- und JugendKG, die in jedem Jahr ein eigenes Kinderprinzenpaar hatte und eine eigene Kindersitzung veran­staltete.

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Um eine solch schlagfertige Kindertruppe zu haben, bedarf es schon einiger Anstrengungen. Betreuerinnen, Näherinnen, Frauen die beim Schminken helfen, die die Kinder anziehen, sie verpflegen und zum Auftritt bringen, all dies wächst nicht so einfach aus der hohlen Hand.

Im musikalischen Bereich hatten die Ulmener Straßensänger Position bezogen. Erich Risser, Karl-Heinz Schmitz und Helmut Schmitt kümmern sich musikalisch darum, dass keine Posse in Ulmen in Vergessenheit gerät. Das Gemeindegeschehen wird mit kritischer Brille durch­leuchtet.

Wir können in unserem Verein stolz sein auf eine immer ansprechbare Funkenmariechen­gruppe. 1965 begannen wir mit 8 Mädchen und dem Funkenmajor Helmut Schmitt. Als wei­tere Funkenmajore standen Otto Mindermann und später Horst Zenner der Gruppe vor. Von Mitte der 80er Jahre bis ins Jahr 2000 hatten wir ausschließlich Funkenmariechen in der Gruppe. Jetzt haben wir mit Peter Schmitz und Sascha Denkel gleich 2 Majore in der Gruppe.

Diese Gruppen haben auch immer für gute Showtänze gesorgt. Ich erinnere an den Hexen­tanz, an Tänze aus den Musicals „Phantom der Oper“ und Starlight-Express“, an die Geister­nacht auf der Ulmener Burg, an die Indianer, Zebras und Saloongirls bei der Westernparty.

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Gemeinsam mit einigen jungen Männern wurden ein Africa tanzend präsentiert, Ritterspiele und Puppenspieler auf der Bühne gezeigt. Das KG-Männerballett tanzte den „Can Can“, den Walzer aus „Schwanensee“, aus 1001 Nacht, und den berühmten Pharao-Tanz.

Viele berühmte Orchester haben bereits auf unserer Bühne gespielt:

Angefangen hat alles mit Konrath Esper und Häns Klütsch. Der Dicke und der Lange haben über viele Jahre die musikalischen Geschicke des Vereins geprägt. Die Üßbach Combo und die „Fidelen Eifelländer“ waren bei uns und bereits seit Anfang 1980 haben wir eine feste Hauskapelle „Die BON AMIGOS“. Die guten Freunde kommen aus Schönbach und Darscheid, zwei davon sind Kinder von dem Klütsche Häns aus Schönbach, womit sich wie­der der Kreis schließt und alles in bewährter Hand ist.

Roni Meurer und Anneliese Esper, die als Flipp und Flappes Berühmtheiten auf der Ulmener Bühne waren, haben für guten Nachwuchs gesorgt: Dorothe Vollrath, die Tochter von Anne­liese Esper und Inge Dietzen treten als „Hein und Lisbeth“ auf und haben sich damit einen Markennamen gegeben, der fest in der Geschichte der Burgnarren seinen Platz hat.

Wir hatten bereits von unseren erfolgreichen Tanzgruppen und von unseren Funkenmarie­chen berichtet. Eine junge Dame, Nicole Dietzen, hat es zu ganz besonderen Ehren ge­bracht. Ein ganz besonderes Ereignis hatten wir in den Jahre 94 und 95. Grundlage dafür war aber das Prinzenjahr 1971. Willi und Inge Dietzen waren Prinzenpaar und heirateten. 1972 konnte Helmut Schmitt an Inge Dietzen eine kleine Funkenuniform verschenken. 1974 hatte Nicole zum erstenmal diese Baby-Funkenuniform an. 1994 hat sie sich als RKK-Fun­kenmariechen einer großen Konkurrenz gestellt und wurde gewählt.

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Nicole Dietzen wurde RKK Funkenmariechen.

Die lange „Prinzenlose Zeit“ wurde 1990 unterbrochen. Horst Zenner und Michaela Maas regierten die Ulmener Burgnarren und weil es die großen Weltereignisse (Golfkrieg) erforder­lich machten, waren sie auch 1991 noch unsere närrischen Herrscher. 1991 wütete eine Sturmkatastrophe über Deutschland. Die meisten Rosenmontagsumzüge mussten abgesagt werden und auf das Wochenende danach verschoben werden, so fand auch in Ulmen erst­malig der Rosenmontagsumzug in der Fastenzeit statt.

1992 mussten wir dann noch einmal aussetzen, aber 1993 nahmen Otto und Gabi Mindermann das närrische Zepter in die Hand. Otto und Gabi, beides keine „unbeschriebe­nen Blätter“ im Burgnarren Karneval, haben sich als Büttenredner und auch in den Tanz­gruppen einen Namen gemacht.

1994 erlebten die Ulmener mit Matthias Schmitt und Katja Meurer ein gestandenes Prinzen­paar, zumal die Prinzessin dem „allerfeinsten Ulmener Karnevalsadel“ entstammt. Norbert und Claudia Puth setzten eigene Akzente mit ihrer Regentschaft im Jahr 1995 auf dem Ulmener Narrenthron. Mit großem Hofstaat regierten 1996 Karl-Heinz Schaaf und seine Frau Monia. Es wurde weiterregiert: Rolf Denkel und Sieglinde Denkel, bleiben uns als singendes, lustiges Prinzenpaar des Jahres 1997 in Erinnerung. 1998 wurde noch einmal pausiert auf dem Ulmener Burgnarrenthron. Ein Jahr später regierten aus dem fernen Mosbruch Franz-Josef Mohrs und Elke Seidenstücker die Ulmener Burgnarren, beide gehören der KG seit Mitte der 90er Jahre an und haben bereits „Prinzenerfahrung“ im Hofstaat der beiden vorherigen Prinzenpaare. Im Milleniumsjahr 2000 stand ein Burgnarr, der bereits Mitte der 60er Jahre als Büttenredner auf sich aufmerksam machte als Prinz parat: Wilfried Lefev und seine Frau Brigitte waren das Milleniums-Prinzen­paar der Ulmener Burgnarren. Im Hofstaat natürlich gestandene närrische Wegbegleiter des Prinzen.

1992 hatte ein Wechsel in der Vereinsführung stattgefunden. Michael Mais hat den Vorsitz übernommen und ein gut funktionierendes Team im Vorstand vereinigt. Erich Michels war der neue Komiteepräsident, auch er setzte neue Anforderungen an das Amt. Er übergab Mitte der 90er Jahre das Präsidentenamt an Anja Hauprich. Anja, ein Burgnarr von Kindes­beinen zog als Vollblutkarnevalistin alle Register einer Komiteepräsidentin, einer Chefin des Elferrates. Der Verein erlebt nach den etwas ruhiger gewordenen Zeiten

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Ende der 80er Jahre wieder einen schönen Aufschwung. Mais hat es verstanden neue Akzente zu setzen und neue Wege zu gehen. So stand auch die Ausrichtung des großen RKK-Tages auf dem Programmzettel des Vorsitzenden. Im zweiten Bewerbungs-Anlauf erhielten die Ulmener Burgnarren den Zuschlag des Regionalverbandes Karnevalistischer Korporationen (RKK) den 5. RKK-Tag im Jahr 2001 durchzuführen. Ein Jahr Planungs- und Vorbereitungszeit be­gann. Große organisatorische Aktivitäten fanden statt, es wurde „generalstabsmäßig gear­beitet. Der Erfolg zeigte sich im Juni 2001. Ulmen war der Mittelpunkt des rheinischen Karnevals geworden – es wurde das größte karnevalistische Freundschaftstreffen Deutsch­lands gefeiert. Nachdem die Burgnarren den Ulmener Marktplatz und den Beginn der Markt­straße mit einem riesigen Zelt überdacht hatten (alles in Eigenleistung) war die Vorausset­zung für das Unterhaltungsprogramm zum größten Teil gesichert. Große Verkehrsleitplanung war erforderlich für die Durchführung des großen Festzuges am Sonntag, 15.000 Zuschauer säumten die Zugstrecke und 10.000 Beteiligte wirkten im Umzug mit.

Mit einem phantastischen Bühnenprogramm wurde der RKK-Tag vom RKK-Präsidenten Peter Schmorleiz eröffnet. Die KG Herrschbach übereichte dem Ulmener Vorsitzenden Michael Mais die RKK-Fahne in einer beeindruckenden Fahnenparade.

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Karnevalistische Spitzenkräfte traten auf der großen Festzeltbühne auf dem Ulmener Marktplatz auf, nachdem sich die KG Burgnarren Ulmen mit ihrer Sitzungspräsidentin Anja Jegen in einer einstündigen TOP-Aktion präsentiert hatte. Prinz Thomas Lahn und seine Prinzessin Ramona erlebten neben der schon sehr schönen Karnevalssession mit dem karnevalistischen Sommerhigh­light eine unvergessliche Regentenzeit.

Führende Karnevalistische Persönlichkeiten und kommunale VIPs waren zu Gast in Ulmen, Ministerpräsident Kurt Beck und seine Gattin ließen es sich nicht nehmen einen Teil der Zugstrecke vor dem offiziellen Start zu Fuß zurückzulegen. Der Europaprinz der europäi­schen Narrenzunft war zu Gast in Ulmen, ebenso wie die Vorsitzenden des BDK (Bund deut­scher Karneval).

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Kölner Karnevalsgrößen fühlten sich in Ulmen wohl und sorgten für gute Stimmung im Herzen der Eifel. Ulmen wurde als guter Gastgeber in Funk und Fernsehen genannt. Die Planung und Durchführung des karnevalistischen Großereignisses, an das sich bisher nur große Städte gewagt hatten, wurde mit ehrenvollen Auszeichnungen belohnt, un­ter anderem auch mit persönlicher Einladung des Rheinlandpfälzischen Ministerpräsidenten.

Auf den karnevalistischen Erfolgen darf man sich nicht ausruhen, ist die Devise des Burgnarren-Vorsitzenden Michael Mais . So wurden Partnerschaften mit den St. Martin Bildungs- und Pflegeeinrichtungen in Ulmen eingegangen. Aus dieser schönen Partnerschaft resultiert die Überlassung der KG-Halle im Vogelsang. Mit großem persönlichen Planungs- und Arbeitseinsatz gelang es den Burgnarren endlich eine eigene Halle zu haben, in der Bühnendekorationen, Motivwagen usw. gebaut werden konnten. Viele Anträge waren vorher an die Gemeinde gestellt worden, es wurden auch viele Möglichkeiten aufgezeigt, aber Direktor Winfried Weber von den St. Martin Einrichtungen hatte für Michael Mais den pas­senden Vorschlag, und seit dem sind wir zu Gast im Eifel-Maar-Park.

Selbstverständlich wurden die Karnevalskampagnen erfolgreich weitergeführt. 2002 und 2003 war kein Prinzenpaar im Einsatz, aber 2004 nahmen Christoph Molitor und Elke Scülfort das Zepter in die Hand und bescherten den Ulmener Burgnarren eine phantastische Session in der der Prinz im „Ulmener Platt“ seine Verordnungen vortrug.

2005 und 2006 waren wieder zwei „Pausen-Jahre“ um 2007 mit Prinz Mario dem aktiven Biermann und seiner Frau Elfi eine schöne Karnevalssession zu feiern. Dann am 11.11. 2007 stand der Vorsitzende Michael Mais ganz ratlos in der Karnevalseröffnung.

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Er wollte gerade der Narrengemeinde mitteilen, dass in diesen Jahr wieder ein Jahr ohne närrische Hoheiten bevorsteht, als das unerwartete geschah: Heinz und Margret Michels zogen unter großen Applaus in den Bürgersaal ein und Michael Mais konnte verkünden: „Wir haben ein Prinzen­paar – Prinz Heinz von Hobel und Span und Prinzessin Margret von Mode und Fitness“.

Mais kann auf eine große Mitgliederzahl im Verein bauen, und vor allem auf eine hervorra­gende Kinder- und Jugendvereinsarbeit. Mit den kleinen Burgnarren werden im laufe des Jahres viele Aktivitäten durchgeführt, die den Kinder und Jugendlichen viel Spaß bringen.

Im Jahr 2007 hat sich der KG-Vorstand wieder eine Neuerung einfallen lassen. Es wurde die erste Mädchensitzung veranstaltet. Terminlich wird diese Großveranstaltung an den Beginn der Sitzungsreihenfolge gesetzt. Stargrößen wir Jürgen aus Mallorca, oder Nic mit dem Stern der deinen Namen trägt haben mit einem Galaprogramm die Frauenherzen der Eifel begeis­tert. Der Bürgersaal kocht, wenn es heißt: Heute haben hier nur die Frauen das sagen.

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So geht die Erfolgsgeschichte der Ulmener Burgnarren weiter, die stolz sind auf ihren Karneval in der Eifel.